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DJV Rheinland-Pfalz

Guter Tarifabschluss im SWR

02.07.2026

5,73 Prozent lineare Erhöhung plus weitere sozial gestaffelte Zahlungen - die fünfte Verhandlungsrunde war hitzig, aber wir von ver.di, DJV und unisono haben den Durchbruch geschafft. In einem 12-Stunden-Marathon haben wir für alle Beschäftigten deutliche Verbesserungen an vielen Stellen aushandeln können.

Wesentliche Elemente des Ergebnisses im Überblick: 

  • Zum 1.8.2026 wird es eine sozial gestaffelte Einmalzahlung geben: von 1.600 € für die niedrigsten Tarifgruppen bis 400 € für die höchsten. Azubis bekommen 900 €, Chor- und Orchestermitglieder 700 €. Pro Kopf die volle Summe, unabhängig davon, ob jemand in Teilzeit arbeitet oder Vollzeit. 
  • Am 1.1.2027 werden Gehälter und Honorare um 2,6 % erhöht. Azubis erhalten 60 € mehr im Monat.
  • Am 1.1.2028 soll es eine weitere Erhöhung um 3,13 % geben. Die Geschäftsleitung hat allerdings auf zwei Vorbehalten bestanden: Für den Fall, dass der Rundfunkbeitrag nicht erhöht wird, könnte die Geschäftsleitung ein Prozent davon streichen, wenn sie von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen würde. Ein Anteil von 0,53 % ist zudem an die Bedingung geknüpft, dass es bis dahin eine Vereinbarung zum Personaltransfer innerhalb der ARD gibt. 
  • 2028 werden die Sonderzahlungen für Feste (Mai-Zahlung) und Freie (Februar-Zahlung) um 2 % erhöht. Das entspricht einer durchschnittlichen Erhöhung des Einkommens um rund 0,07 %. In der Summe bedeutet das: die Honorare und Gehälter steigen im Schnitt dauerhaft um 5,8 Prozente!
  • Die Laufzeit beträgt lange 35 Monate, bis zum Ende der laufenden Beitragsperiode am 31.12.2028. Aber die nächste Tarifverhandlungsrunde soll bereits frühzeitig Ende 2028 starten, damit Anfang 2029 die Honorare und Gehälter steigen können.

Dieser Abschluss ist ein Kompromiss. Es schmerzt, dass wir eine Laufzeit von fast drei Jahren akzeptieren müssen. Doch angesichts der schwierigen politischen Rahmenbedingungen waren wir vom DJV bereit, diese Kröte zu schlucken und hoffen auf mehr Sicherheit für die Beschäftigten.

Es schmerzt, dass der SWR nicht bereit war, einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen zu tarifieren; trotz mehrfacher Beteuerungen, dass der SWR weder vorhabe noch es für nötig erachtet, in den kommenden drei Jahren betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen (was im Übrigen hohe rechtliche Hürden hätte). 

Aber wir haben auch viel erreicht: Es ist wichtig, dass mit der Erhöhung um rund 5,8 % das Niveau des Abschlusses im öffentlichen Dienst erreicht wurde. Es ist wichtig, dass wir mit der gestaffelten Einmalzahlung und der Erhöhung der Sonderzahlungen die unteren Einkommen stärken. Es ist wichtig, dass ein Prozent der Erhöhung nicht mehr direkt davon abhängt, ob der Rundfunkbeitrag steigt, sondern der SWR aktiv den Tarifvertrag kündigen muss. Sonderkündigungsrecht statt Konditionierung macht einen feinen, aber nicht kleinen Unterschied.

Die Tarifeinigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des SWR-Verwaltungsrates sowie der Gremien der beteiligten Gewerkschaften. Mit dem Abschluss eines fertigen Tarifvertrages ist daher erst bis Ende des Monates Juli zu rechnen. 

Die nächste Tarifrunde wird Ende 2028 starten. Spätestens ab Herbst 2028 werden wir die Themen angehen, die jetzt nicht zu lösen waren. 

Wir, die Verhandler*innen, möchten uns  bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die uns mit Streiks während der Verhandlungen unterstützt haben. Ohne Euch wäre dieses Tarifergebnis nicht zustande gekommen!

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Landesverband Rheinland-Pfalz Tarifverhandlungen