Bezirksverband Rheinhessen
Jean Asselborn beim Mainzer Medientreff
Jean Asselborn, Sabine Krösser und Jürgen Krämer (v.l.)
Prominenter Gast beim Mainzer Medientreff: Etwa 30 Kolleginnen und Kollegen nutzten die Gelegenheit, mit dem ehemaligen luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn über die Gefahren für Europa und die Europäische Union zu diskutieren.
Der Medientreff fand nach der Parlamentswahl in Ungarn statt, die dem amtierenden Regierungschef Viktor Orban eine überraschend deutliche Niederlage bescherte und den Weg frei machte für den europafreundlichen Herausforderer Péter Magyar.
Der Wahlausgang in Ungarn sorgt zwar für eine spürbare Verbesserung in der Europapolitik. Der Kontinent sieht sich aber weiter großen Gefahren ausgesetzt, die von Russland ausgehen, wie Asselborn im Gespräch mit der Moderatorin Sabine Krösser, Vorsitzende vom DJV Bezirksverband Trier, sagte. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt seiner Einschätzung nach eine noch größere Gefahr für Europa dar als der Iran-Krieg mit der Blockade der Straße von Hormus und den damit verbundenen Lieferengpässen von Öl und Gas.
Kritisch sieht Asselborn die Kontrollen an den deutschen Außengrenzen, die das Leben der Pendler in den Grenzregionen zu Luxemburg erschweren. Bisher gebe es kaum Belege, dass die Kontrollen einen spürbaren Nutzen zur Verhinderung von illegaler Immigration bringen. Dagegen behindern sie täglich den Weg zur Arbeit für viele Menschen, die aus Frankreich, Belgien oder Deutschland zur Arbeit nach Luxemburg pendeln, darunter etwa 40.000 aus Rheinland-Pfalz, sagte Asselborn, der 2023 nach 19 Jahren als dienstältester Außenminister der EU aus dem Amt schied.